In der Wasserballrealität angekommen

Ankunft in Magdeburg - mit der Straßenbahn zur Schwimmhalle
Uaagghh ! 50 m-Becken und 30 m-Spielfeld
Gleich das allererste Spiel des Turniers...
... und trotz vieler tipps keine Chance gegen die Niedersachsen
... die in jeglicher Hinsicht die besseren Bedingungen haben
Immerhin: Der VIP-Raum für die Spielanalyse
In die City mit nasser Badehose und Schlappen
Extrem kompetent: Philipp als Stadtführer
Wo ist denn die grüne Zitadelle grün ?
Das letzte Spiel am Samstag gegen Berlin

Eine gemeinsame Auswahlmannschaft aus HH und S.-H. auf der Nico-Trophy

Dass dies im Gegensatz zum Auerbachturnier im Frühjahr (Auswahlturnier für D-Jugend) eine harte Nummer werden würde, war absehbar. Dass es aber so hammerhart kommen würde, damit hatte keiner gerechnet !

Am Freitag-Morgen startete das Unternehmen Nico-Trophy zunächst harmlos als die 4 Wiking-Spieler Daniel, Alex, Moritz und Marco mit einem „Quer-durchs-Land-Ticket“ zunächst nach Hamburg und dann weiter mit den Hamburger Auswahlspielern Max, Leon, Leo und Timo in Richtung Magdeburg fuhren. Begleitet wurde diese gemeinsame Auswahlmannschaft vom Hamburger Verbandstrainer Lutz, Schiri Jan, dem „Motor“ der Jugendwasserballszene in Hamburg, Philipp und mir (Marko) als Betreuer.

Ein bisschen schlucken mussten wir schon, weil es noch 3 kurzfristige Absagen aus den Reihen der Hamburger gab. Noch mehr „Schlucken“ dann als wir sahen, dass ein 30 m Feld aufgezogen wurde und „Schlucken“ auch bei unserem ersten Gegner am Freitag-Nachmittag: Der Top-Favorit, nämlich die Landesauswahl aus Niedersachsen. Die spielte unser Team dann auch prompt in Grund und Boden: 0 : 27.
Danach eine Lehrstunde von Lutz und Philipp mit den „Basics“ zum Wasserballspiel: „Anbieten, dem Ball entgegenschwimmen, viel schneller umschalten, knapp vor Ablauf der 30 s den Ball ins „Aus“ spielen, Außen über 2 – 3 Stationen spielen, den Center richtig decken, ....“.

Das hier hat nichts mehr mit der gemütlichen Schleswig-Holstein-Liga und Hamburg-Liga zu tun, hier sind die besten Wasserballer der Jahrgänge 95 (und 96) und hier ist definitiv „Spitzensport“ mit allem, was dazu gehört, angesagt. Deshalb für einige von uns ungewohnt: Früh ins Bett, sehr rechtzeitiges Aufstehen, die Forderung sich zeitig aufs Spiel „einzustellen“, zeitig warm zu machen, eingehende Besprechungen/Spielanalysen, deutliche und etwas energische Traineransagen und auch ein bisschen mehr Benehmen als sonst. Das hat mit Sicherheit nicht soviel Spaß gemacht wie sonst, aber allein die Möglichkeit für ein Wochenende in diese Szene einzutauchen, wird wirklich nur ganz wenigen „gegönnt“.

Appropos „Gönnen“: Die Südwestfalen gönnten uns dann im ersten Spiel gleich am Samstag-Morgen um 9 Uhr auch kein einziges Tor: Ergebnis: 0 : 15. Einige kleine Lichtblicke, aber ansonsten die alten groben Fehler. Schön, allerdings, dass unsere junge Mischtruppe aus Hamburgern und Kielern gleich nach dem Spiel wieder bester Laune war, die deutlichen Worte von Lutz nicht nur wegsteckte, sondern zunehmend ernst nahm, aber vor allen Dingen an Land wie eine gemeinsame Mannschaft auftrat, so als ob man sich schon ewig kennen würde. Toller Umgang miteinander, Jungs, wirklich !

Im nächsten Spiel dann den schwächsten Gegner in unser Gruppe: Sachsen ! Hier haben wir den Start vermasselt und sofort 6 Konter = 6 Tore eingefangen. Schade ! Danach dann 2 Viertel endlich mal Wasserballspiel fast auf Augenhöhe, einem Tor von Moritz und Szenen, wo man sagen konnte: Geht doch ! Ihr setzt die angesprochenen Dinge um ! Im 4 Viertel dann wieder Resignation und keine Puste mehr: Endergebnis 16 : 1 für Sachsen.

Vor dem letzten Spiel am Samstag dann die Kultureinheit: ein 40 minütiger Spaziergang in die Stadt von Magdeburg und Besichtigung des beindruckenden Hundertwasser-Haus: Die grüne Zitadelle. Philipp kurz in der Rolle des Stadtführers konnte uns viel und vor allen Dingen total Interessantes erzählen.

Das Abend-Spiel gegen den 2 Favoriten – leider auch in unser Gruppe – dann wieder total ernüchternd: 0 : 26 gegen Berlin. Da gibt es überhaupt nichts weiter zu schreiben !

Doch die Laune war spätestens im Hotel als wir über die große „Schlachtplatte“ herfielen, wieder so als hätte man noch kein Spiel verloren. Naja, unser nächstes Spiel gegen den Verlierer der Gruppe 2 am nächsten Tag sollte dann auch eine durchaus lösbare Aufgabe sein. Doch sehr, sehr ärgerlich: Die Truppe aus „Mittelrhein“ war am Sonntag-Morgen einige Minuten zu spät dran und die sehr offizielle und emotionslose Turnierleitung dann unerbittlich und wir gewannen kampflos mit 10 : 0. Sehr schade, denn die Motivation, die vielen gelernten Dinge gegen einen gleichstarken Gegner auszuprobieren, war wirklich groß !

Das ganz ehrliche Fazit dieser Veranstaltung:

Wir waren mit 8 Leuten, fast nur 96iger Jahrgängen und dem 30 m-Feld auf dieser Veranstaltung gnadenlos überfordert.

Die Jungs haben mit diesem Trainer- und Betreuerteam in 3 Tagen so viel dazugelernt, wie sonst in 3 Monaten nicht.

In dieser 12 köpfigen Truppe aus HH und S.H. war über die gesamten Tage einfach durchgehend gute Stimmung !

Das gesamte Turnier wurde von viel „grauer Eminenz“ und streng offiziellem „Gehabe“ geprägt. Ein bisschen mehr Herzlichkeit und guter Laune hätte der Veranstaltung wirklich gut getan – denn schließlich ist es trotz des hohen sportlichen Anspruchs ein Jugendturnier !

Wir wissen, was auf dieser Ebene in Zukunft möglich ist und was ganz sicher nicht möglich ist. Unter bestimmten Rahmenbedingungen können wir uns mittelfristig vielleicht ins untere Mittelfeld „hocharbeiten“. Die Hamburger stecken hier voller Tatendrang (siehe Bericht von Philipp), aber auch wir werden in S.H. und Meck.-Pomm. Mit Spielern, Eltern, Vereinsvorständen und Trainern reden, was machbar und realisierbar ist.
Eines ist versprochen: Wir werden keinen Spieler, der wirklich will, talentiert ist und sich reinhängt in dieser Sportart „versauern“ lassen.

Ein weiterer, ganz "feiner" Bericht auf der homepage des HTB: Unbedingt lesen !

"Ihr müsst Euch anbieten, entgegen schwimmen, gucken, nicht verstecken, ...
Verbandstrainer Lutz (rechts) und Philipp
Stratege Nr. 1: Timo
Stratege Nr. 2: Moritz
Stratege Nr. 3: Max
Stratege Nr. 4: Marco
Stratege Nr. 5: Leo
Stratege Nr. 6: Alex
Stratege Nr. 7: Leon
Stratege Nr. 8: Daniel
Gutes Spieler - Betreuer-Verhältnis, um allen Strategen mal die "Ohren langzuziehen"