Noch nie ist vor einem Spieltag so viel telefoniert und gemailt wordem. „Wir kommen – wir kommen nicht“ – „die Wettervorhersage wird immer katastrophaler, die Eltern lassen die Kinder nicht mit“ – „offizielle/inoffizielle Absage des Spielbetriebes in ganz Schleswig-Holstein“ – „wann kommt denn das Schneechaos ?“
Wie der dritte, bisher größte Jugendwasserballspieltag in Schleswig-Holstein am Samstag, den 9. Januar ablaufen würde, stand eigentlich noch nicht mal zu Beginn um 12.00 Uhr fest. Klar war, dass Warnemünde und Schwerin das Risiko der weiten Anfahrt bei diesen Witterungsbedingungen nicht eingehen wollten. Genial hingegen: Meldorf mit 15 Spielerinnen und Spielern dabei und unsere B-Jugend ebenfalls fast vollzählig.





Start also mit dem offiziellen Spiel Wiking Pikes gegen Meldorf Seals, allerdings ein ganz müder Anfang unsererseits, bei dem man sich einfach nur die Haare raufen konnte. Keine Ideen, keine Bewegung, keine vernünftigen Pässe, Wasserball zum Einschlafen und ein noch „glückliches“ (Dank Ede im Tor) 1 : 1 nach dem ersten Viertel. Es wurde dann im 2. Viertel langsam besser und bei einigen keimte sogar ein bisschen Spiellust und Biss auf. 4 : 1 nach dem zweiten Viertel, aber eigentlich war es immer noch grauenhaft, denn wir spielten hier gegen eine Mannschaft, bei der im Schnitt keiner länger als 3 Monate Wasserball spielt.
Durchbruch dann im dritten Viertel. Es war ausgerechnet Alex, der zusammen mit Moritz und Neuling Lennard B. Tore und Akzente setzte, wo er doch im ersten Viertel wegen völliger Orientierungslosigkeit noch zwangsausgewechselt und regelrecht wachgeschüttelt werden musste.
Zweites Spiel dann Improvisation: Ein C-Auswahlteam aus den Pikes, Seals und Izis trat gegen unsere sehr kurzfristig aber fast vollständig (DANKE !) erschienene B-Jugend an. Spielerisch wesentlich anspruchsvoller als die Partie vorher. Und eine gute Demonstration der aktuellen Leistung der Auswahlmannschaft, die zeigte „wer wo steht“. Außerdem ein extrem grantiger Moritz, der nicht mehr gewohnt ist, zu verlieren . Am Ende ein verdientes 8 : 3 für die B-Jugend, die sich unter dem Coaching von Max gut verkauft hat und auf der anderen Seite wieder ein bisschen mehr Spielerfahrung für die künftigen Auswahlspieler, die für schnellere Fortschritte eigentlich viel öfter zusammenkommen müssten.
Ein weiteres Highlight während des anschließenden Spiels Meldorf gegen Itzehoe: Ein fast einstündiges Fotoshooting und Interviews mit einem Redakteur der Kieler Nachrichten, der den Wasserballsport in Schleswig-Holstein auf einer ganzen Seite vorstellen wird. Im Mittelpunkt der Story: Laura, Marco, Alex, Lennard B., Alex und Ede. Veröffentlichung mit hoher Wahrscheinlichkeit am Freitag, den 22. Januar. Spannend vor allen Dingen, was ihr in den Einzelinterviews „vom Stapel gelassen“ habt.
Das spritzigste und spannendste Spiel des Tages dann, eine ganz interne Angelegenheit, zwei Mixed-Teams aus Wiking B- und C- Spielern unter Leitung von Wolfgang auf der einen Seite und Max auf der anderen Seite sowie Marko mit der Pfeife im Mund. Hier war endlich mal „Speed“ drin und die Zuschauer auf der Tribüne bekamen gute Szenen und schöne Zweikämpfe zu sehen. Nach langer Verletzung endlich wieder dabei: Oli. Schön ! Auch unsere 3 immer besser pfeifenden Schiris des heutigen Tages (Malte, Simon und Lennard) jetzt endlich im Wasser und voller Bewegungsdrang. Den hatte auch Jesper, der kurzerhand Alex in sein Tor schickte und anfing „über außen“ und mit einigen Sprints sehr effektiv ins Spielgeschehen einzugreifen.
Ergebnis: nach 2 x 12 Minuten ein wirklich nicht manipuliertes Unentschieden !
Letztes Spiel des heutigen Tages dann „wir“ gegen die mit 8 Leuten nur schwach besetzten Itzehoher. Das war dann zwar besser als das erste Spiel gegen Meldorf, aber hatte lange nicht die Klasse wie vor 3 Wochen in Hamburg gegen Winsen und den HTB. Fest steht, dass es nach wie vor schwimmerische Defizite und z.T. große Unsicherheit im Ballhandling gibt. Das werden wir jetzt verschärft trainieren !
Überhaupt nicht angebracht einige Sprüche und der absolut missratene Versuch eines Kopfballtores von Alex am Ende des Spiels. Arroganz gegenüber anderen Spielern/Mannschaften ist unsportlich und einfach nicht angesagt – gerade vor dem Hintergrund, dass wir gerade seit 2 Jahren aus dem „Tal der Tränen“ hinaus sind und eigentlich noch gut in Erinnerung haben müssten, wie ätzend Überheblichkeit sein kann.



